Ein neues Atelier

Ein neues Atelier Seit 2005 finanziert der Verein Lübeck-Hilfe für krebskranke Kinder e.V. die Kunsttherapie auf der onkologischen und hämatologischen Kinderstation der Universitätsklinik.

Es ist ein Angebot für die erkrankten Kinder und Jugendlichen und deren Geschwister und findet seitdem zum einen auf der Station direkt am Bett statt, zum anderen als mobile Kunsttherapie per Hausbesuch.
Seit 2017 aber gibt es zusätzlich ein kleines Atelier an der Wakenitz, in das sowohl erkrankte Kinder und Jugendliche in der Nachsorge und ebenso deren Geschwister kommen können.

Und nun dieses Atelier ist umgezogen und gewachsen: Das heißt: seit August diesen Jahres hat die Kunsttherapie Dank der großzügigen Finanzierung des Vereins, Platz für die Kunsttherapie auf über 40 qm, in den schönen Räumen des „Kulturzentrums Essigfabrik“ an der Kanalstraße.
Damit eröffnen sich wunderbare neue Möglichkeiten: Z.B.das Angebot, gestalterisch nicht nur mit einzelnen, sondern auch mit mehreren Betroffenen gemeinsam zu arbeiten, sei es Patienten- oder auch Geschwistergruppen, mit ganzen Familien oder auch Elterngruppen. Das schöne und große Atelier ist ein Gestaltungs- und Ausdrucksfreiraum: Ein Gegengewicht und eine Möglichkeit, die schweren Erfahrungen der Krebserkrankung auf verschiedene Weise in unbelasteter und inspirierender Atmosphäre zu verarbeiten.

Marie-Luis Henrichs-Jenkel
Kunsttherapeutin (PG Dip Art)

Die Kunstwerkstatt der Lübeck-Hilfe für krebskranke Kinder, das Atelier lädt erneut zu einem Geschwistertreffen ein: zu einem GeKo. GeKo ist eine Wortschöpfung aus den jeweils zwei ersten Buchstaben von „Geschwister Kommen“. Dies bedeutet nicht nur, dass die Geschwister ins Atelier kommen können, sondern auch „zusammenkommen“, ,,zu ihrem Recht kommen“, ,,mitkommen“, ,,klar kommen“ … man kann die Liste noch gut weiterführen.
Erkrankt ein Kind an Krebs, ist die gesamte Familie betroffen. Priorität hat stets das erkrankte Kind, das in dieser Zeit in erhöhtem Maße die elterliche Fürsorge und Unterstützung in Anspruch nimmt. Die Geschwister treten in dieser Phase häufig mit ihren Sorgen und Ängsten ein stückweit zurück und bisherige Ansprechpartner stehen nicht mehr in gewohntem Maße zu Verfügung.
In diesem Sinne ermöglicht die Lübeck-Hilfe für krebskranke Kinder schon seit vielen Jahren spezielle Angebote für Geschwisterkinder. So nun auch das GeKo-Projekt, diesmal unter anderen Voraussetzungen:
In der Wortschöpfung GeKo klingt auch das Wort Gecko mit. Dieses besondere und so anpassungsfähige Tier ist wie ein Symbol, ein Logo für die Geschwistergruppe. Und so wird dieses schon seit Millionen von Jahren auf der Erde lebende Tier, der Gecko, uns zB ins Museum für Natur und Umwelt führen. Urzeittiere und Fossilien können dort nicht nur bestaunt werden. Wir werden selbst ausprobieren, wie Versteinerungen entstehen. Und dieses praktische künstlerische Gestalten können wir dann im Atelier fortsetzen. Denn das GeKo- Treffen wird keine einmalige Aktion sein. Andere Treffen zu anderen interessanten Themen schließen sich an. Sodass eine Gruppe entsteht, von Geschwistern unterschiedlicher Familien, die eine ähnliche Geschichte teilen. In der von der Kunsttherapeutin Marie-Luis Henrichs- Jenkel und der Erzieherin Martina Haßelwander geleiteten GeKo- Gruppe ergibt sich für die Geschwister die Möglichkeit, weitere Ansprechpartner für Unterstützung und Begleitung zu finden. Zugleich bietet das Treffen in der Gruppe den Kindern und Jugendlichen die Gelegenheit zu der Erkenntnis, dass auch andere in ähnlicher Situation sind und ein Austausch untereinander hilfreich sein kann.

Fähigkeiten

Veröffentlicht am

19. Juni 2026